Kunst für Kinder

Auch die "Hellen Köpfchen" müssen gefördert werden

Schön, dass es unter all den verschiedenen Kindern auch solche gibt, die durch Neugier auffallen und hartnäckig mit "warum" und "wozu" bohren, bis sie der Sache auf den Grund gekommen sind; die ihre Aufgaben schneller als andere Kinder erledigen und über selbstgefundenen Problemen bewundernswert lange brüten können; die ungewöhnliche Lösungswege finden und verfolgen, schon früh auf dem einen oder anderen Gebiet über ein erstaunliches Wissen verfügen und mit bemerkenswerten Fähigkeiten aufwarten.

Solche, oder ähnliche Beobachtungen machen immer wieder Eltern und Großeltern, ErzieherInnen und Pädagogen/innen.

Aber nicht selten beobachten sie vielleicht auch, dass manche dieser Kinder die Aufmerksamkeit auf Kosten anderer einfordern, mitmenschliche Beziehungen aufs Spiel setzen, den Bogen überspannen und übers Ziel hinaus schießen. Ob so, oder so - Kinder, die mit einem ausgeglichenen oder mit einem eher widersprüchlichen Verhalten außergewöhnliche Begabungen ahnen lassen, brauchen - wie alle Kinder - eine besondere begleitende Förderung: individuell, frühzeitig, vielfältig, anregend und herausfordernd.

Das Mentorenteam nimmt auch diesen Kindern gegenüber seine Verantwortung wahr. Pilotprojekte "Begabungsförderung durch künstlerisches Experimentieren" mit der Beratungsstelle besondere Begabungen bei der Hamburger Schulbehörde (BbB) und ihr überaus erfolgreicher Verlauf haben dazu geführt, dass " Kunst für Kinder" mit seinem speziellen Enrichment-Angebot als offizieller Kooperationspartner der BbB berufen wurde. Bei uns steht nicht das Unterrichten, sondern das weitgehend selbständige EXPERIMENTIEREN unter professioneller Begleitung im Mittelpunkt. Das Experimentierfeld ist das Ensemble der Künste: von Sprachspielen bis zur Literatur, vom Rollenspiel bis zum Theater, von der Bewegung bis zum Tanz, vom Kritzeln bis zur bildenden und angewandten Kunst, von Geräuschen und Rhythmen bis zur Musik. Es ist unsere erklärte Absicht, dieses vielfältige musisch-künstlerische EXPERIMENTIEREN zu einem grundlegenden Prozess kindlicher Entwicklung werden zu lassen, in dem die Kinder ihre substantiellen kreativen Kräfte mobilisieren, ihre körperlichen, emotionalen und geistigen Intelligenzen herausfordern, ihre sozialen Kompetenzen fördern und ihre individuellen Anlagen und Begabungen entdecken.

Natürlich sind uns die jüngeren Erkenntnisse neurologischer Forschung/frühkindliches Alter und die Erfahrungen des Berliner und des Berner Schulprojekts bekannt, mit denen die überzeugenden positiven Auswirkungen kontinuierlicher künstlerischer Beschäftigung auf die Entwicklung der Intelligenzen und der sozialen Kompetenzen endlich auch wissenschaftlich zweifelsfrei belegt worden sind. Mit Freude beobachten wir, dass die Forschung zur "rechtzeitigen Erkennung und entwicklungsgerechten Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher" in Westeuropa an Dynamik gewinnt.